Neue Studie der Energieagentur Rheinland-Pfalz und B E T belegt: Photovoltaik-Anlagen bieten attraktive Geschäftsmodelle für Kommunen und Gewerbe

Eingestellt von: LaNEG e.V.

Kaiserslautern, 31.05.2017: Photovoltaik-Anlagen lohnen sich für eine dezentrale Stromerzeugung, da sie sowohl im betrieblichen als auch im kommunalen Umfeld optimal eingesetzt werden können. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie mit dem Titel „Attraktive Geschäftsmodelle mit PV-Anlagen“, die die Energieagentur Rheinland-Pfalz zusammen mit dem Beratungsunternehmen B E T erstellt hat. Darin werden sinnvolle Vermarktungsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle für Photovoltaik-Anlagen vorgestellt.

Für kommunale und gewerbliche Betreiber wird die regenerative Stromerzeugung mit Photovoltaik-Anlagen wieder sehr interessant. Die geänderten rechtlich-regulatorischen Rahmen­bedingungen ermöglichen trotz gesunkener Einspeisevergütung bei gleichzeitig sinkenden Photovoltaik-Systempreisen neue Geschäfts­modelle, die auf die jeweiligen Gegebenheiten der Investoren zugeschnitten sind. Die Studie behandelt detailliert Fragen der Wirtschaftlichkeit von Projekten und deren Umsetzbarkeit und beschreibt die zielführenden Umsetzungsschritte. „Wir geben Kommunen, regionalen Energieversorgern, Wohnungsbaugesellschaften und Gewerbetreibenden eine Entscheidungshilfe an die Hand, mit der sie Photovoltaik-Versorgungmodelle ökonomisch und ökologisch bewerten können“, so der Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, Thomas Pensel. „Darüber hinaus erklärt die Studie Schritt für Schritt, wie Investoren Photovoltaik-Projekte umsetzen können und was es bei deren Umsetzung zu beachten gilt. Die  Veröffentlichung belegt, dass auch unter den geänderten Rahmenbedingungen Photovoltaik-Anlagen im kommunalen und gewerblichen Bereich wirtschaftlich umsetzbar sind“, so Pensel.

„Dank gesunkener Photovoltaik-Systempreise und der konsequenten Weiterentwicklung der Technologien sind die Anlagen heute so günstig wie nie. Das hat weiter sinkende Stromgestehungskosten von Photovoltaik-Anlagen zur Folge. Ein Ende dieser Entwicklung ist noch lange nicht in Sicht.“ Dies wirkt sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit von Geschäftsmodellen aus, sagte Dr. Christof Niehörster von B E T. „Wir haben ein besonderes Augenmerk auf das Mieterstrommodell gelegt. Hier sehen wir neben Eigenverbrauchsmodellen ein großes Umsetzungspotential für die Zukunft“, so Niehörster.

Als Mieterstrom gilt Strom, der von einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Wohngebäudes erzeugt und an die Mieter dieses Gebäudes geliefert wird. Anders als beim Strombezug aus dem Netz entfallen dabei Netzentgelte, netzseitige Umlagen, Stromsteuer und Konzessionsabgaben. Lediglich die EEG-Umlage wird im vollen Umfang fällig, aber durch eine dem Anlagenbetreiber zustehende Vergütung durch den Netzbetreiber reduziert.

Kernergebnisse der Studie

1.       Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen im kommunalen und gewerblichen Umfeld ist gegeben: Die Investitionskosten von Photovoltaik-Anlagen sind in den letzten Jahren stark gesunken. Der Betrieb einer Photovoltaik-Anlage ist heute mindestens kostendeckend möglich, unabhängig davon, ob der erzeugte Strom eingespeist, eigenverbraucht oder an Dritte geliefert wird,. Das gewählte Geschäftsmodell hat zusammen mit der Auslegung der Anlage entscheidenden Einfluss auf die schlussendliche Wirtschaftlichkeit der Investition in eine Photovoltaik-Anlage.

2.       Eigenverbrauch ist nicht immer einfach umzusetzen, aber am lukrativsten: Unter den Rahmenbedingungen des EEG 2017 ist der Eigenverbrauch des Solarstroms vor Ort für viele Letztverbraucher die lukrativste Variante. Dabei ist die Wirtschaftlichkeit von der Höhe der Strombezugskosten, dem Eigenverbrauchsanteil und der Höhe der zu zahlenden (anteiligen) EEG-Umlage abhängig.

3.       Volleinspeisung nach wie vor wirtschaftlich: Wenn der Solarstrom unter Inanspruchnahme einer EEG-Vergütung in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird, ist der Betrieb der Anlage auch wirtschaftlich darstellbar. Die Amortisationszeit liegt je nach verwendeter Photovoltaik-Technologie, Leistung, Ausrichtung und Finanzierung der Photovoltaik-Anlage zwischen 10 und 12 Jahren.

4.       Mieterstrommodelle in den Startlöchern: Mieterstrommodelle haben ein hohes Umsetzungspotential. Bei dieser Direktstromlieferung werden Mieter in einem Mietshaus mit regenerativem Strom versorgt. Besonders für Energie-versorgungsunternehmen, Bürgerenergiegesellschaften und Wohnungsbaugesellschaften ist dieses Geschäftsmodell interessant.

5.       Areale intelligent verknüpfen: Energetische Quartierskonzepte setzen sich zukünftig mehr und mehr am Markt durch. Hierbei steht eine gesamtheitliche, aufeinander abgestimmte Energieversorgung (Strom, Wärme, Mobilität) eines Areals im Fokus. Photovoltaik-Anlagen werden einen Beitrag dazu leisten, solche Projekte wirtschaftlich umsetzen zu können.

Hintergrund der Studie Die Studie „Attraktive Geschäftsmodelle mit PV-Anlagen“ entstand im Rahmen der vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten geförderten Solarinitiative Rheinland-Pfalz, eine Informations- und Kommunikationskampagne der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Als ein Baustein innerhalb der Solarinitiative soll die Studie die Umsetzung zukunftsweisender Solarprojekte von ausgewählten Zielgruppen und interessierten Regionen voranbringen.

Die Broschüre steht zum kostenlosen Download zur Verfügung