Direktverbrauch (Direktlieferung)

Bei Direktverbrauch wird der Solarstrom in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage ohne Netzdurchleitung geliefert. Es besteht keine Personenidentität zwischen Anlagenbetreiber und Strombezieher. Die Energiegenossenschaft investiert in eine Photovoltaikanlage auf einem gemieteten Dach. Sie besitzt und betreibt die Anlage, liefert den Solarstrom primär im Gebäude, speist den überschüssigen Strom gegen EEG-Vergütung in das Stromnetz ein. Für den im Gebäude gelieferten Solarstrom führt die Genossenschaft die volle EEG-Umlage ab, Stromsteuer und Netznutzungsgebühr entfallen. Der Strombezieher profitiert von günstigem Solarstrom und bezieht seinen Reststrom aus dem Stromnetz. Weil der direkte Verkauf des Stroms im Vordergrund steht, können Anlagen auch in Zukunft wirtschaftlich betrieben werden. Nachteil des Direktverbrauchs ist ein höheres Risiko, weil die Erlösmöglichkeit vom Endkunden abhängt. Sollte dieser in Insolvenz gehen oder bezahlt er seine Rechnungen nicht, müssen Sie ggf. Verluste verkraften und wieder auf Volleinspeisung umstellen. Da Stromlieferverträge mit Endkunden maximal für zwei Jahre geschlossen werden können, ist der Kunde nicht für die komplette Dauer der Einspeisevergütung verpflichtet den Strom abzunehmen. Prüfen Sie bei der Finanzierung der Photovoltaikanlage deshalb die Erlösmöglichkeiten aus dem Direktverbrauch vor Ort kritisch. Szenarien für den alternativen Weiterbetrieb der Anlage mit Volleinspeisung nach fünf oder zehn Jahren helfen, das Risiko richtig einzuordnen.

Bewertung des Geschäftsmodells

Das Geschäftsfeld Direktverbrauch ist vergleichbar einfach und mit geringem Aufwand aufzubauen. Sobald das erste Projekt mit den nötigen vertraglichen Grundlagen vorhanden ist, kann es vervielfältigt werden. (Musterverträge liefern z. B. der Landesverband Franken der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e. V. und der Bundesverband Solarwirtschaft. Der Akquiseaufwand ist vergleichbar mit einem normalen Photovoltaikprojekt. Den ausführlichen Beitrag zur PV-Direktlieferung finden Sie in Kapitel 4.1. der Studie „Geschäftsmodelle für Bürgerenergiegenossenschaften“

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