Unter dem Motto „Fit für die Zukunft: Bürgerenergie unter veränderten Rahmenbedingungen“ lud das LaNEG Anfang Dezember Mitglieder und Interessierte zum jährlichen Vernetzungstreffen für Energiegenossenschaften ein. Vertreter*innen von mehr als 20 Energiegenossenschaften, Genoverband und Netzwerk Energiewende Jetzt e.V. kamen am 5. Dezember in Mainz zusammen, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Neben Mitgliedern des LaNEG Rheinland-Pfalz waren auch drei Energiegenossenschaften aus dem angrenzenden Hessen dabei.
Auf dem Programm standen neben Vernetzung und Austausch Kurzvorträge zu drei Themen, die im Anschluss an Thementischen vertieft wurden: Anton Mohr von der Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften beim Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) behandelte in einem dichten Rundumschlag nicht nur die kürzlich verabschiedete EnWG-Novelle sowie die Novelle des Stromsteuergesetzes, sondern erläuterte auch den aktuellen Stand in Sachen Kundenanlage, Solarpaket I, Biomassepaket, 10-Punkte-Plan und EEG-Novelle. Es wurde deutlich, dass die derzeit unsichere Rechtslage viele Vorhaben ausbremst. Die Bundesgeschäftsstelle setzt sich politisch für die Interessen von Energiegenossenschaften ein und bittet darum, Betroffenheiten zu melden. Dr. Stefan Paul, Vorstand der BEG Südwestpfalz/Saarpfalz eG, berichtete von den Erfahrungen der Genossenschaft in der Zusammenarbeit mit Unternehmen. Besonders inhabergeführte mittelständische Unternehmen sind nach seiner Erfahrung gute Kunden für Dach-PV. Ein günstiger Strompreis mit langfristiger Preisstabilität sei hier das wichtigste Argument – Themen wie Klimaschutz oder Beteiligung seien eher nachrangig. Mit Referenzprojekten (wenn vorhanden), der Reputation der Beteiligten und einem professionellen Projektmanagement sowie Flexibilität und dem Versprechen, sich um alles zu kümmern, könne man auch als junge Genossenschaft punkten. Laura Zöckler, Pressesprecherin der HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG, widmete sich der Frage, wie Genossenschaften an Sichtbarkeit und neuen Mitgliedern gewinnen können. Es gehe darum, in der Menge der täglichen Informationen nicht unterzugehen. Die HEG habe in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit Veranstaltungen mit unterschiedlichen Kooperationspartnern gemacht, allerdings müssen hier Aufwand und Nutzen realistisch geschätzt werden. Sie warb dafür, Kontakte zur Lokalpresse aufzubauen und regelmäßig zu bespielen, und gab den Teilnehmenden den Tipp mit, die eigenen Mitglieder als Botschafter*innen zu sehen, die mit persönlichen Geschichten überzeugen.
Verabschiedung von Verena Ruppert
Horst Bertram (EEGON), Charlotte Wohlfarth (NEWJ) und Hans-Uwe-Daumann (BeLU) vom Vorstand des LaNEG nutzten die Gelegenheit, der langjährigen Geschäftsführerin Dr. Verena Ruppert im Namen aller Mitglieder ganz herzlich zu danken und ihr alles Gute zu wünschen. Verena Ruppert gibt ihre Position beim LaNEG Ende des Jahres auf. Christoph Würzburger, Vorstand der UrStrom Bürgerenergie eG und Gründungsmitglied des LaNEG, erinnerte an die Genese der Idee, die ersten Schritte des Netzwerks und wie Verena Ruppert sich unermüdlich und in vieler Hinsicht erfolgreich für Bürgerenergie in Rheinland-Pfalz einsetzte: Das LaNEG ist mittlerweile ein etablierter Ansprechpartner für die Politik, in vielen Gremien und Netzwerken auf Landes- und Bundesebene vertreten und erhält seit vielen Jahren eine Grundfinanzierung durch das Land Rheinland-Pfalz. Die letzte Veranstaltung als LaNEG-Geschäftsführerin verließ Verena mit einem großen Präsentkorb. Zum Glück ist der Übergang bereits in vollem Gange: Natalie Amecke, die am 1. Januar 2026 die Geschäftsführung übernehmen wird, war ebenfalls anwesend und wurde von Vorstand und Mitgliedern herzlich begrüßt.