Strategische Entwicklung von Energiegenossenschaften

Broschüre "Zukunftsfähige Genossenschaft: 200 Jahre alt und immer noch Lust auf Neues" (12/2022)
Leitfaden "Strategieentwicklung für Bürgerenergiegemeinschaften" (10/2025)
Broschüre "Geschäftsmodelle sinnvoll entwickeln und die Wertschöpfung steigern" (7/2022)
Broschüre "Das Ökosystem der Bürgerenergie: Aus den Erfahrungen von Bürgerenergiegemeinschaften lernen" (9/2020)
Handreichung "Erfolgreich Aktive gewinnen und gemeinsam die Energiewende voranbringen" (12/2022)

Damit Energiegenossenschaften gut den Wandel in die Zukunft vollziehen und Ihr Potenzial voll ausschöpfen können, sollten sie

  • sich weiter professionalisieren
  • ihre Geschäftsbereiche diversifizieren
  • sich auf lohnende Geschäftsfelder fokussieren
  • stärker kooperieren
  • ihre Mitglieder aktivieren und den Generationenwechsel gestalten
  • Spannungen gut handhaben
  • und ihre Stärken nutzen.

Vom Ehrenamt zur Hauptamtlichkeit

Bürgerenergiegenossenschaften haben sich mit engagierten Ehrenamtlichen viel Know-how erarbeitet. Komplexe Projekte mit mehr Arbeitsaufwand und neuen fachlichen Anforderungen sind ehrenamtlich kaum leistbar. Energiegenossenschaften gehen deshalb den Weg zur Hauptamtlichkeit mit unterschiedlichen Modellen, stellen zum Beispiel Personal ein oder gründen Tochtergesellschaften Unterstützung bei der Organisationsentwicklung bietet das Beratungsnetzwerk Vision Bürgerenergie (ViBE) von Bündnis Bürgerenergie und Netzwerk Energiewende Jetzt an.

Durch Diversifikation zukunftsfähig bleiben

Wenn Energiegenossenschaften ihre Geschäftsmodelle diversifizieren und sich breiter aufstellen, machen sie sich unabhängiger von Preisschwankungen und Veränderungen in den politischen Rahmenbedingungen.

Fokus auf lohnende Geschäftsfelder

Angesichts knapper personeller Ressourcen ist es zentral, dass Energiegenossenschaften ihre Aktivitäten auf lohnende Geschäftsfelder fokussieren, in denen sie Projekte skalieren können. Oft ist es sinnvoll, sich (zunächst) auf einzelne Felder zu konzentrieren und dort die Wertschöpfungstiefe zu vergrößern, statt sehr viele Geschäftsfelder gleichzeitig abdecken zu wollen. Wenn die Genossenschaft mehr Leistungen selbst erbringt, steigert dies die Wirtschaftlichkeit von Projekten.

Kooperationen – gemeinsam neue Wege gehen

 Kooperationspartner unterstützen sich gegenseitig mit ihren Kompetenzen und Stärken. Die Kooperationen mit Kommunen und Stadtwerken sind naheliegend, um vor Ort die dezentrale Energiewende zu gestalten. Durch die Beteiligung an Dachgenossenschaften wie der Bürgerwerke eG können Energiegenossenschaften ihre Ressourcen bündeln. Netzwerke wie das LaNEG schaffen Vernetzung und Austausch, so können Genossenschaften von den Erfahrungen anderer profitieren und gemeinsam mit starker Stimme auftreten.

Mitglieder aktivieren und den Generationenwechsel gestalten

Um neue Mitstreiter*innen zu gewinnen, sollten sich Genossenschaften klar machen, wofür sie stehen und wen sie für welche Aufgaben suchen. Und dann heißt es: Menschen gezielt ansprechen. Ein enger Austausch mit den Mitgliedern und eine Willkommenskultur für Aktive laden zum Mitmachen ein.

Konflikte konstruktiv handhaben

Die Suche nach neuen Geschäftsfeldern, finanzielle Risiken, eine hohe Arbeitsbelastung der Verantwortlichen: All dies kann zu Spannungen in Energiegenossenschaften führen. Energiegenossenschaften sind besonders dann erfolgreich, wenn sie sich über Konfliktpotentiale im Klaren werden und präventiv handeln. Unterstützung bietet das Beratungsnetzwerk ViBE.

Stärken nutzen und ausbauen

Bei der Dezentralisierung der Energiewende wird es darauf ankommen, den Austausch zwischen Erzeuger*innen und Verbraucher*innen effizient zu organisieren. Dabei haben Energiegenossenschaften drei Stärken: Regionalität, Transparenz und Gemeinschaftlichkeit. Besonders die regionale Verankerung und die Beziehung zu den Menschen in der Region können zum wichtigen Vorteil im Wettbewerb werden. Das aktive Mitgestalten der Mitglieder erhöht die Akzeptanz und Transparenz der Projekte. Das Label „aus der Region“ gilt auch für den regional produzierten Strom und stärkt die Identifikation. Für kommmunale Partner*innen ist die regionale Wertschöpfung ein wichtiges Argument.

Mehr Informationen zur unternehmerischen Entwicklung einer Energiegenossenschaft finden Sie auch auf der Informationsplattform Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften.