Die Energiewende bietet Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Chancen. Der Leitfaden „Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Bürgerenergie“ des Bündnis Bürgerenergie e. V. zeigt, wie erneuerbare Energieprojekte die regionale Wirtschaft stärken und die Menschen vor Ort profitieren können.
Laut einer Studie der Universität Kassel aus dem Jahr 2020 können Bürgerwindprojekte bis zu achtmal mehr regionale Wertschöpfung erzielen als Projekte externer Anbieter. Während bei extern geplanten Windparks nur etwa 8 Prozent der Wertschöpfung vor Ort bleiben, sind es bei Bürgerwind rund 50 Prozent. Bei entsprechender Ausgestaltung können so jährlich bis zu 100.000 Euro pro Megawatt installierter Leistung in der Region verbleiben – zum Vorteil von Kommunen, Unternehmen und Bevölkerung.
Welche Vorteile bietet Bürgerenergie?
- Mehr Wertschöpfung vor Ort: Ein größerer Teil der erwirtschafteten Gewinne bleibt in der Region, anstatt an externe Investoren abzufließen.
- Stärkung lokaler Unternehmen: Handwerksbetriebe, Dienstleister und regionale Unternehmen können von Aufträgen und Investitionen profitieren.
- Zusätzliche Einnahmen für Kommunen: Bürgerenergieprojekte können kommunale Haushalte durch Steuereinnahmen und weitere finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten stärken.
- Beteiligung der Bevölkerung: Bürgerinnen und Bürger können sich finanziell an Energieprojekten beteiligen und an deren wirtschaftlichem Erfolg teilhaben.
- Regionale Entwicklung: Die Einnahmen aus erneuerbaren Energien können dazu beitragen, die lokale Wirtschaft zu stärken und die Akzeptanz der Energiewende zu fördern.
Bürgerenergie als Chance für die Zukunft
Bürgerenergie ist mehr als die Erzeugung erneuerbarer Energie. Sie verbindet Klimaschutz mit regionaler Wirtschaftsförderung und gesellschaftlicher Teilhabe. Wenn Kommunen, Unternehmen und Bürger gemeinsam Energieprojekte entwickeln, können sie die wirtschaftlichen Vorteile der Energiewende stärker in der Region verankern.
Das Fazit: Bürgerenergie ermöglicht es, die Energiewende vor Ort aktiv mitzugestalten und ihre wirtschaftlichen Chancen für die gesamte Region nutzbar zu machen.
Auch eine Studie zum Thema “Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien” aus dem Jahr 2026 im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz bestätigt die Bedeutung von Erneuerbaren Energien für die regionale Wertschöpfung.
Untersucht wurden für diese Studie auch Projekte mit Bürgerenergiegenossenschaften und zu den Handlungsempfehlungen gehören unter anderem, dass Kommunen gezielt Maßnahmen ergreifen sollten, um die Gründung und Weiterentwicklung von Energiegemeinschaften wie Energiegenossenschaften zu unterstützen bzw. dass "Kommunen Strukturen schaffen sollten, die es der lokalen Bevölkerung ermöglichen, sich in finanzieller Hinsicht aktiv an der Energiewende zu beteiligen. Dies umfasst die Förderung von Beteiligungsmodellen wie Bürgerenergiegenossenschaften".
Quellen: