Umweltschonend mobil mit Lastenrädern

Zum Mitglied: UrStrom Bürgerenergie eG

Eröffnungsfeier des e-Lastenrads HaMü-Carrier im Stadtteil Hartenberg-Münchfeld (HaMü) in Mainz mit ADFC, UrStrom, Ortsvorsteherin und Verkehrsdezernentin. Copyright: UrStrom BürgerEnergieGenossenschaft Mainz eG
Das erste kostenlose e-Lastenrad ist seit der Eröffnung täglich ein- bis zweimal unterwegs. Copyright: UrStrom BürgerEnergieGenossenschaft Mainz eG

Große Einkäufe erledigen, die Kinder von der Kita holen und das alles abgasfrei. Lastenräder haben viele Vorteile auf kurzen Strecken, doch sind die Anschaffungskosten für einzelne Familien oft zu hoch. Die Lösung heißt Lastenradsharing, kluge Kooperationen bringen die Idee voran.

Lastenräder sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Auf vielen kurzen Strecken können sie Autos ersetzen. Es lassen sich einfach schwere Lasten und große Einkäufe transportieren oder ein oder mehrere Kinder mitnehmen. Doch viele Menschen haben nicht genug Platz, um ein eigenes Lastenrad sicher abzustellen. Zudem sind die Anschaffungskosten hoch, wenn man das Lastenrad nicht jeden Tag nutzt, sondern nur ab und zu darauf angewiesen ist.

In Mainz bietet die Mainzer Mobilität seit vielen Jahren ein erfolgreiches Mietradsystem an und hatte schon mehrmals angekündigt, es um Lastenräder zu erweitern. Doch viele warteten vergeblich. Dann hat der Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Rheinhessen e.V. (VCD) die Mobilitätswende selbst in die Hand genommen und 2020 das kostenlose Lastenradsharing ELMA – Euer Lastenrad Mainz auf den Weg gebracht. Am Anfang standen zwei Lastenräder zur Verfügung. Allerdings waren die Nutzer*innen an die Öffnungszeiten der Geschäfte gebunden, bei denen die Lastenräder stehen und die auch die Schlüsselübergabe machen. Mittlerweile sind insgesamt acht kostenlose Lastenräder im Einsatz, vier davon können flexibel mit einer App auch abends und am Wochenende ausgeliehen werden.

Wie kam es zur Kooperation mit UrStrom?

Die UrStrom BürgerEnergieGenossenschaft Mainz eG betreibt seit 2018 ein e-Carsharing mit mittlerweile acht Elektroautos an fünf Stationen. Dafür hat UrStrom zusammen mit anderen Ge-nossenschaften eine eigene Sharing App entwickelt, die neben Carsharing auch für Bikesharing genutzt werden kann. Ende 2021 kam der VCD auf UrStrom zu, mit der Idee die nächsten Lastenräder auch über die App anzubieten. Das vereinfacht das Ausleihen und die Räder können öfter genutzt werden, so die Erwartung. Im November 2021 ging dann das erste Lastenrad über die App in Betrieb. Im Mai 2022 kam zusammen mit dem Kreisverband Mainz Bingen e.V. des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ein e-Lastenrad dazu und im August 2022 brachte der VCD nochmal zwei Lastenräder auf die Straße.

Wie finanziert sich das Projekt?

Der Kauf der drei VCD-Lastenräder wurde durch Fördermittel des Bundesprojektes „Soziale Stadt“ finanziert. Das e-Lastenrad finanzierten der ADFC Kreisverband Mainz Bingen e.V. und der ADFC Landesverband Rheinland-Pfalz. Die Kosten für die App, die Hotline und die Wartung werden durch Spenden finanziert.

Wer macht was in der Kooperation?

Der VCD und der ADFC bleiben im Besitz der Lastenräder. Sie kümmern sich auch um die Wartung. Die UrStrom kümmert sich um die Freischaltung der Kund*innen, die App und die Hotline.

Wie funktioniert die Nutzung aus Kund*innensicht?

Die Nutzung ist sehr einfach. Kund*innen registrieren sich einmal auf der Webseite und laden ein Foto des Personalausweises hoch. Sobald sie freigeschaltet sind, können sie über die App die Lastenräder buchen. An jedem Lastenrad ist ein Schloss mit GPS, das mit einer Metallkette an der Station befestigt ist. Mit der App lässt sich das Schloss öffnen und die Metallkette lösen. Unterwegs kann man das Schloss jederzeit mit der App wieder schließen, um das Lastenrad z.B. bei einem Einkauf sicher abzustellen. Am Ende der Fahrt bringen die Nutzer*innen das Lastenrad wieder an die Station zurück.

Der GPS-Sensor prüft, ob das Lastenrad an der richtigen Station abgegeben wurde, und dann wird die Buchung beendet. Beim e-Lastenrad gibt es an der Station noch ein Ladekabel. Das wird einfach vor der Fahrt abgesteckt und nach der Fahrt wieder angesteckt. Damit ist der Akku immer voll genug für eine bequeme Fahrt auch mit großen Lasten. Damit möglichst viele Leute die Lastenräder nutzen können, ist die Nutzungsdauer auf 48 Stunden beschränkt. Durch die Lösung mit der App können die Lastenräder auch mehrmals pro Tag ausgeliehen werden.

Wie wird das Angebot angenommen?

Es wird sehr gut angenommen. Vor allem das e-Lastenrad wurde im ersten Monat an 30 Tagen 41-mal ausgeliehen. Die anderen Lastenräder werden jeweils etwa 13-mal im Monat genutzt. Sie sind im Schnitt jeweils 73 Stunden pro Monat unterwegs und werden aktuell jeweils von acht verschiedenen Personen genutzt. UrStrom und die Kooperationspartner arbeiten daran, dass das Angebot bekannter und noch mehr genutzt wird.

Was sagen Kund*innen?

„Ich benutze seit einigen Monaten das E-Lastenrad. Es hat Strecken, die wir sonst mit dem Auto gefahren wären, definitiv abgelöst. Gerade wenn wir es eilig haben oder der Weg doch etwas weiter ist, freuen sich meine Kinder sehr nicht selbst auf ihren Rädern hinterher hetzen zu müssen. Selbst würde es sich nicht lohnen ein E-Lastenrad anzuschaffen." Franziska Teubler aus Mainz

Lastenräder und Buchung

Die Lastenräder und ihre Standorte sind hier vorgestellt und hier geht es zur Anmeldung.

 

Text: Dr. Philipp Veit
Fotos: UrStrom eG