Maxwäll eG: Solarparks und Regionalförderung

Zum Mitglied: Maxwäll-Energie Genossenschaft eG

Zwei Freiflächenanlagen hat die Maxwäll-Energie Genossenschaft aus dem Westerwald im Herbst 2017 gebaut.

„Bis Oktober hatten wir nur zwei Solarparks, heute sind es vier“, sagt Vorstand Gerd Stein von der Maxwäll-Energie Genossenschaft eG in Altenkirchen im Westerwald stolz. In nur zwei Wo-chen haben die Genossen im Dezember 2017 den Solarpark in Wissen mit einer Leistung von 750 kWp fertiggestellt. 2019 kann der Solarpark um weitere 750 kWp und 2021 nochmals um 750 kWp erweitert werden. Dann wird Wissen der größte von Maxwäll betriebene Solarpark sein und Strom für mehr als 500 Vierpersonenhaushalte erzeugen. Die Anlage liegt auf im Gewerbegebiet Bornscheidt, das durch Schwemmsand nicht bebaut werden kann. Nach EEG 2017 dürfen PV-Freiflächenanlagen u.a. auf Konversionsflächen, Seitenstreifen längs von Autobahnen und Schienenwegen und Flächen im Bereich von „Alt-Bebauungsplänen“ errichtet werden. Dazu zählen auch Gewerbe- oder Industriegebiete, die vor dem 1.1.2010 als solche ausgewiesen waren.

Es waren die guten Kontakte des Aufsichtsrates zur Verbandsgemeinde, die für das Solarprojekt die Tür öffneten. Auch der zweite Solarpark, den die Maxwäller im Herbst 2017 errichteten und in Betrieb nahmen, kam über Kontakte zur Verbandsgemeinde zustande. „Wir sind gut vernetzt in der Region“, sagt Vorstand Stein. Auf einem Areal an der L304 bei Wölferlingen, auch ein Gewerbegebiet, hat die Energiegenossenschaft ebenfalls eine Freiflächenanlage von 750 kWp gebaut und in Betrieb genommen, mit einer Erweiterungsoption von 190 kWp in zwei Jahren. Finanziert wurden die Projekte zu 30 Prozent aus Eigenkapital, und zu 70 Prozent über Bankdarlehen.
Positiver Nebeneffekt für die Energiegenossenschaft sind eine Reihe neuer Mitglieder, aktuell sind es über 250 Personen. Über die Solarparks wurde mehrfach in der Lokalzeitung berichtet, ebenso über die Regionalförderung.

Regionale Projekte unterstützen

„Ein Anteil der Gewinne soll in die Initiierung und Begleitung von Regionalentwicklungsprojekten in der Region Westerwald investiert werden“, heißt es in der Satzung der Energiegenossenschaft. Die Mitglieder können Vorschläge für die Regionalförderung machen, und der Aufsichtsrat entscheidet jedes Jahr im Herbst. So wurde 2016 die neu gegründete Schülergenossenschaft Öko-E an der Gesamtschule in Rosbach (Windeck) mit 1.000 Euro gefördert. 2017 erhielten die Klima- und Umweltreporter der Grundschule Moselweiß in Koblenz 600Euro, um zwei Solarsets anschaffen zu können. Das Zirkusprojekt der Pestalozzi-Grundschule in Altenkirchen erhielt 1.000 Euro von den Energiegenossen. Hier werden die Grundschüler im April 2018 eine Woche lang von einem in der Kreisstadt gastierenden Zirkus geschult und treten dann öffentlich auf.

Ein gutes Team

Die Stärken der Genossenschaft? „Wir sind ein Team, Vorstand und Aufsichtsrat, wir tagen zusammen, arbeiten zusammen“, sagt Gerd Stein. Manchmal legen die Genossen auch zusammen Hand an. Bei den Freiflächenanlagen in Wölferlingen und Wissen haben die Energiegenossen gemeinsam wilden Baum- und Strauchbestand gerodet und gehäckselt. Außerdem haben mehrere Genossenschaftsmitglieder diverse erforderliche Arbeiten an den zwei alten Anlagen gemeinsam durchgeführt.

Ursprünglich hatte sich die Maxwäll-Energie Genossenschaft eG gegründet, um im Westerwald Windparks zu errichten. Die Genossen knüpften Kontakt zu Projektieren, die Beteiligung an einem Bürgerwindprojekt mit der Verbandsgemeinde Hachenburg schien möglich. Doch die Pläne zerschlugen sich. „Durch selbsternannte Naturexperten, die gegen Atom- und Kohlekraft, aber auch Windkraftanlagen sind, ist es hierzulande unmöglich solch ein Projekt zu realisieren“, sagt Gerd Stein ärgerlich. „Sie ziehen einen makellosen Panoramablick der erforderlichen Energiewende vor.“

Anders war es beim ersten Solarpark 2012 mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Millionen Euro. Den bauten die Maxwäller innerhalb weniger Wochen und bewiesen Mut. Im Mai wurde die Genossenschaft gegründet und bis Ende Juni musste die kaufmännische Inbetriebnahme erfolgen, um noch die stabile Einspeisevergütung nach dem damaligen Erneuerbaren Energie Gesetz zu erhalten. „Wir hatten die Projektrechte erworben mit einer positiv beschiedenen Bau-voranfrage“, sagt Gerd Stein. „Ein befreundeter Architekt von mir erhielt am 1. Mai den Auftrag, alles, also Bauzeichnung und Statik, für einen Bauantrag vorzubereiten. Innerhalb von nur zwei Wochen hatten wir die Teilbaugenehmigung in der Tasche, legten los und schafften unter dem enormen Zeitdruck und großer Anstrengung sowohl die Finanzierung als auch die kaufmänni-sche Inbetriebnahme fristgerecht zum 30. Juni. Das hat das Vertrauen in unsere Genossen-schaft sehr gestärkt“, sagt Gerd Stein im Rückblick.

Zukunft Sonnenstrom

Mittlerweile hat haben die Maxwäller mehr als fünf Millionen Euro in die insgesamt vier Solarparks investiert. Um die aufwändigen Projekte auf den Weg zu bringen, die Solarparks zu betreiben und neue Projekte zu gewinnen, erhielt der Vorstand bei der Maxwäll Energiegenossenschaft von Beginn an eine Aufwandsentschädigung.
Die Energiegenossen vertreiben heute im Verbund der Bürgerwerke den Maxwäll Strom, doch setzen sie vor allem auf weitere Solarprojekte. Neben dem Ausbau der Solarparks in den nächsten Jahren will die Maxwäll eG möglichst auch Dachanlagen errichten. Die zu finden sei schwierig im ländlichen Raum, z.B. bei Landwirten. „Eine Ehe auf 20 Jahre, da zieren sich viele und die erste Frage ist, was dabei rausspringt.“