Bewertung des Geschäftsmodells Nahwärme (plus)

Die Versorgung mit Nahwärme ist ein interessantes Geschäftsmodell für Energiegenossenschaften. Zudem können „Nahwärme-Genossenschaften“ ihre Geschäftsfelder gut erweitern: Photovoltaik, Stromlieferung, Elektromobilität und Energieeffizienz bieten sich an.

Die Wirtschaftlichkeit der Projekte hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Maßgeblich dabei sind vor allem die Zahl der potenziellen Wärmeabnehmer im ausgewählten Gebiet / Dorf / Quartier und die verfügbaren Ressourcen bzw. nutzbaren (Ab-)Wärmequellen.

Wertversprechen: Beim Wertversprechen steht die langfristig günstige, sichere und nachhaltige Wärmelieferung im Mittelpunkt. Individuelle Vorteile gegenüber der bisherigen Versorgung (z.B. Ölheizung) wirken „wertsteigernd“.

Vertriebsaufwand: Die Akquisition von Nahwärmekunden bzw. Mitgliedern der Genossenschaft ist zeitintensiv. Oft kommen Sie erst in Einzelgesprächen zu einer vertraglichen Vereinbarung. Mit viel ehrenamtlichem Engagement können dies i.d.R. die Akteure vor Ort leisten.

Skalierung Vertriebsaufwand: Bei Folgeprojekten kann die Genossenschaft von den gewonnenen Erfahrungen profitieren. Die Kundengewinnung ist jedoch wieder zeitintensiv.

Projektanforderung: Ein Nahwärmeprojekt ist komplex. Im Anschluss an die erste Analyse und Bewertung benötigt die Genossenschaft professionelle Unterstützung bzw. Partner.

Projekt-Akquisitionsaufwand: Die erfolgreiche Umsetzung des ersten eigenen Nahwärmeprojektes ist Empfehlung für künftige Projekte in der Region. Der Aufwand ist also umso geringer, je erfolgreicher das eigene Projekt ist.

Multiplikationsfähigkeit der Projekte: Das gewonnene Know-how erleichtert die Entwicklung eines Folgeprojektes, auch wenn das nicht häufig vorkommen dürfte. Es ersetzt aber nicht die Einbindung erfahrener Partner für Planung und Umsetzung.

Wettbewerbsintensität: Meist gibt es keine direkte Wettbewerbssituation. Indirekt tritt man in Wettbewerb zu gegenwärtigen Lieferanten für Erdgas oder Heizöl bzw. ggf. Strom.

Know-how Bedarf: Die Einbindung von externen Spezialisten ist i.d.R. unverzichtbar, insbesondere bei der Planung einer technisch anspruchsvollen Anlagentechnik (Heizzentrale).

Aufwand Betrieb und Administration: Mit ehrenamtlichem Engagement kann insbesondere der kaufmännische Part i.d.R. aus eigener Kraft geleistet werden. Beim technischen Betrieb ist meist die Einbindung von erfahrenen Spezialisten notwendig, um auch in kritischen Situationen handlungsfähig zu sein (Bsp.: Wartungsvertrag für Holzkesselanlage).

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