Projektphasen und Erfolgsfaktoren

Klären Sie zuerst die Voraussetzungen vor Ort:

  • Wie werden die Gebäude aktuell mit Wärme versorgt (Heizöl, Erdgas, etc.)?
  • Welche (Ab-)Wärmequellen, z.B. aus Industrie, Biogas-BHKW sind vor Ort verfügbar?
  • Wie ist das Biomassepotenzial in der Region?
  • Gibt es nutzbare (Frei)Flächen für eine Solarthermie-Anlage
  • Wie ist die Bebauungsdichte bzw. Siedlungsstruktur?

Ein interessanter Aspekt ist die Dorferneuerung. Werden z.B. Abwasserleitungen und/oder Straßen instandgesetzt, lässt sich ein Nahwärmenetz durch Kombination mit diesen Maßnahmen u.U. kostengünstiger aufbauen.

Mit den zusammengetragenen Daten sprechen Sie Meinungsbildner und Multiplikatoren wie Bürgermeister, Vertreter von Vereinen sowie ortsansässige Unternehmer an. Haben Sie diese von der Idee überzeugt, folgt eine Info-Veranstaltung. Nehmen Sie die Bürger im Ort von Beginn an mit.

Arbeiten Sie von Beginn an daran, eine vertrauensvolle Basis zu schaffen. Entscheidendes plus für das Genossenschaftsmodell: Das Gemeinwohl steht im Mittelpunkt.

Die erste Beurteilung

Ermitteln Sie mit Fragebögen genauere Daten zum Energieverbrauch, dem Alter der Kesselanlagen und zum Interesse an einer gemeinschaftlichen Nahwärmeversorgung. Anschließend analysieren und bewerten Sie diese Daten. Das kann die Energiegenossenschaft selbst tun. Sie kennzeichnen auf einer Karte die Gebäude, die für Anschluss in Frage kommen und skizzieren einen ersten Trassenentwurf. So ermitteln Sie die Gesamtlänge des Nahwärmenetzes überschlägig.

Die beiden Kennzahlen Spezifische Netzlänge (durchschnittlicher Abstand zwischen den einzelnen Abnehmern) und Wärmebedarfsdichte  (durchschnittlicher Wärmetransport pro Meter Trasse und Jahr) charakterisieren das Projekt.

Diese Zielwerte bilden die Grundlage für eine erfolgversprechende Weiterentwicklung:

  • Spezifische Netzlänge:           ≤ 50 m
  • Wärmebedarfsdichte: ≥ 500 kWh/(m*a)

Ein Bespiel. Bei 40 möglichen / interessierten Abnehmern und einem Wärmebedarf von 24.000 kWh/a je Abnehmer macht der Gesamtwärmebedarf aller Abnehmer 960.000 kWh/a aus. Bei einer Gesamttrassenlänge von 1.800 m kommt man auf eine spezifische Netzlänge von 45 m. Die Wärmebedarfsdichte pro Meter Trasse und Jahr läge bei 530 kWh/(m*a) (960.000 kWh/a : 1.800m)

Der Wert von 50 m spezifischer Netzlänge gilt für ein Projekt mit überwiegend Ein- und Zweifamilienhäusern. Bei einem Nahwärmenetz, das von größeren (kommunalen) Gebäuden bzw. Mehrfamilienhäusern dominiert wird, dient die Wärmebedarfsdichte als entscheidende Kennzahl.

Sind die Ergebnisse der ersten Beurteilung positiv, geht es mit der Konzeptphase weiter. Dabei binden Sie erfahrene externe Partner zur professionellen Projektentwicklung ein.

Aktuelle Nachrichten

  • Energiegenossenschaft Oberes Mühlbachtal e.G. erhält erste Auszeichnung „Ort der Nachhaltigkeit“

    Verbraucherschutzministerin Katharina Binz hat heute die Energiegenossenschaft Oberes Mühlbachtal e.…

    » Weiterlesen

  • LaNEG stellt e-Carsharing in Gemeinschaft in Kirrweiler bei der Veranstaltung "Einmal Zukunft und zurück!" von der Bürgerstiftung Pfalz vor.

    Am Samstag, dem 20. August hat die Bürgerstiftung Pfalz in Kirrweiler zusammen mit der Zukunftsdorf…

    » Weiterlesen

  • "Shared Mobility – Geteilte Freude", LaNEG Interview auf rolph.de

    Rolph.de ist ein Portal für Mobilität in Rheinland-Pfalz. Hinter Rolph steht das…

    » Weiterlesen